Verlängertes Wochenende in den Dolomiten





Es war eigentlich eine Tour in der Bernina geplant, aber nachdem wir von den guten Bedingungen an der Marmolada Nordwand gehört hatten und die Bedingungen für den Kuffner-Pfeiler am Palü eher durchwachsen waren, änderten wir unsere Pläne und ich traf Ronald in Südtirol. Als Einstiegstour hatten wir uns den Normalweg auf die Rosengartenspitze rausgesucht. Der Weg führt vom Parkplatz der Frommer Alm zur Rosengartenhütte, weiter über den Santnerpass-Klettersteig zur Santnerpass-Schutzhütte. Ab hier beginnt die leichte Kletterei in der Westwand bis zum Erreichen des Nordgrats der Rosengartenspitze. Diesem folgt man bis zur Spitze (max. III+).

Nach einem späten Aufbruch trafen wir auf dem Weg zur Rosengartenhütte noch zwei weitere Bergsteiger mit dem Ziel Delagokante an den Vajolettürmen (was wir auch in Erwägung gezogen hatten, dann aber aufgrund der Bedingungen verworfen hatten). Ich war zunächst überrascht, dass wir überhaupt jemand mit ähnlichen Plänen trafen, aber noch viel mehr über die Ausstattung der beiden. Halbhohe Wanderschuhe und recht leichtes Gepäck. Wir waren hingegen voll aufgerödelt. Einer von uns beiden liegt falsch, dachte ich mir. Nach der Querung der ersten größeren Schneefelder beschlossen die Zwei vernünftiger Weise wieder umzudrehen, denn der komplette Klettersteig glich einer Eisrinne. Das Eis war aber herrlich griffig und der Weg sah schön spektakulär aus. Abgesehen von den sehr kalten Temperaturen und dem leichten Schneefall war es bis zur Santnerpass-Hütte ein absoluter Hochgenuss. Die Schutzhütte wurde ihrem Namen nicht wirklich gerecht, da sie verschlossen war. Wir hätten uns hier gerne etwas vor dem eisigen Wind geschützt. Nach einer kurzen Pause machten wir uns an die Kraxelei zum Nordgrat. Auch wenn es stellenweise etwas eisig war ließ sich das Ganze mit Steigeisen recht gut klettern. Auf ein Seil verzichteten wir, auf der Route gibt es aber sowohl Bohr- als auch Normalhaken. Die Schlüsselstelle, eine III+ Platte am Grat selbst fand ich bei den herrschenden Bedingungen gar nicht so einfach. Dannach folgten wir dem Grat ohne weitere Schwierigkeiten zum Gipfel. Am Gipfel hat man ein herrliches Panorama. Nach der Gipfelrast machte wir uns an den Abstieg wobei wir über die Aufstiegroute abseilten und durch einen Seilklemmer recht viel Zeit verplemperten. Da wir ohnehin schon sehr spät aufgebrochen waren, erreichten wir im letzten Licht die Rosengartenhütte, der restliche Abstieg erfolgte bei kompletter Dunkelheit. Den Aufstieg zur Marmolada verschoben wir daher um einen Tag nach hinten und konnten so am Sonntag erstmal gescheit auspennen.

Am Montag morgen fuhren wir dann zum Parkplatz an der Marmolada. Punkt 6 Uhr trugen wir die Ski etwa 100 Hm entlang des Geröllfeldes der Piste hoch, ab hier gab es dann genügend Schnee, um die Skier anzuschnallen und in Richtung Nordwand weiter zu ziehen. In der Wand selbst konnten wir noch einige Hm die Skier anlassen, dann ging es zu Fuss weiter. Und zwar, abgesehen von den Magenkräpfen die mich plagten, ohne jegliche Probleme. Einfach gerade hoch. Es hatte genügend Trittfirn, so dass wir auf jegliche Sicherung verzichteten. Und so standen wir nach 3h auf dem Gipfel der Punta Penia. (Das es nicht immer so leicht gehen muss, sieht man hier). Am Gipfel war es richtig eisig, so dass wir uns in dem ziemlich verwahrlosten Biwak verkrochen. Nach einer Pause aufgewärmt und gestärkt konnten wir uns an die Abfahrt (über die Nordwand) machen. Wir haben uns zunächst leicht westlich gehalten, die steilsten Stellen umgehend, aber immer noch ca. 50° steil. Dann wieder direkt in die Wand und runter. Der Schnee war etwas hart, aber gut zu fahren. Respekt hier an Ronald der im Gegensatz zu mir nicht seit dem Kleinkindalter auf Skiern steht, sondern das Skifahren erst jenseits der 30 erlernt hat. Nach nicht einmal 5h waren wir wieder am Parkplatz und traten die Heimreise an.



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Das Album enthält 27 Bilder

Es entstand am 17.09.2006 / 00:47

JAlbum 6.2


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