Klettern am Bschiesser



Daten:



Gebiet: Oberallgäu

Ausgangsort: Schattwald

Zustieg: ca. 2h

Seillängen: 4 (jeweils)

max. Schwierigkeit: V+ (Kante) bzw. VI (Wand)

Absicherung: sehr gut

Führer: Allgäuer Alpen, Panico
Ende September und die Vorhersage versprach gutes Wetter für das Wochenende, das musste nach miserablen Sommer natürlich genutzt werden. Ziel war der 2000m hohe Bschiesser im Tannheimer Tal. Ronald hatte hier für uns die Südkante (5+) und die Südwand (6) ausgeguckt, beides eher kurze Klettereien mit jeweils 4 Seillängen. Ausgangspunkt ist Schattwald, für den unschwierigen Zustieg zur Wand benötigten wir ca. 1 3/4h. Zunächst sind wir die etwas leichtere Südkante angegangen. Die komplette Route ist sehr gut abgesichert und verläuft im festen Fels. Die Schlüsselstelle liegt gleich am Anfang der 2ten SL, ein leichter Überhang, den es zu überwinden gilt. Wenn man zunächst von rechts nach links quert und erst dann aufsteigt, tut man sich deutlich leichter, nichts desto trotz zehrte hier das Rucksackgewicht (und natürlich auch das eigene) ganz gut an den Armen. Hat man diese Stelle überwunden, geht es problemlos und schön weiter, die 2te 5+ Stelle am Anfang der 4 SL war meiner Meinung nach wesentlich leichter. Oben angekommen geht es noch ein paar Meter durch Schrofengelände. Dort warteten bereits Ingrid und Kathi die den Normalweg raufgewandert waren. Nachdem wir uns gestärkt hatten und das gute Wetter genossen hatten, kam nun die Südwand dran. Zunächst wollten wir uns erstmal abseilen, dafür benötigt man laut Führer 2x55m Seile. Da wir von oben nicht den Verlauf der Route sehen konnten, warfen wir das Seil direkt von der Abseilstelle über die Kante. Das Seil liegt dann (von oben betrachtet) zunächst rechts von der eigentlichen Route und damit in teilweise sehr brüchigem Fels. Schon auf den ersten Metern krachte es gewaltig und es regnete nicht nur kleine Brocken runter. Glücklicherweise waren wir an diesem Tag die einzige Seilschaft weit und breit. So ganz geheuer war mir die Sache nicht, da man befürchten musste, dass durch die Seilbewegung weiterer Steinschlag ausgelöst wird, der dann auf einen nieder prasselt. Hier ist also Vorsicht geboten und eine zusätzliche Prussikschlinge zur Absicherung nicht unvorteilhaft. Ist eine weitere Seilschaft im Fels, darf meiner Meinung nach auf keinen Fall abgeseilt werden. Unten heil angekommen, konnten wir den Ringhaken für die 1 SL nicht finden, nur 2 Bohrlöcher wo sich dieser eventl. befunden haben könnte. Wir haben die erste Zwischensicherung dann als Standplatz missbraucht. Die Südwand ist deutlich anspruchsvoller als die Südkante, aber klettertechnisch auch wesentlich schöner. Die Schwierigkeiten sind länger anhaltend, der nicht immer feste Fels ist psychologisch etwas fordernd. Die komplette Route ist aber sehr gut gesichert, besonders die Schlüsselstelle. Diese zieht sich entlang eines Risses, an einer ansonsten griffarmen Platte. Am Standplatz nach der Schlüsselstelle befindet sich das Wandbuch, das darauf hindeutet, dass diese Route eher selten gegangen wird. Der letzte Eintrag war schon über einen Monat alt, für 2005 gab es maximal 15 Einträge. Oben angekommen fing es an schon leicht zu dämmern, wir waren natürlich mal wieder die letzten die noch unterwegs waren. Glücklich und zufrieden mit uns und der Welt machten wir uns dann an den Abstieg. Ein super Tag und 2 sehr schöne Routen, dafür hatte es sich gelohnt um 5 Uhr morgens am Wochenende aufzustehen. Mein Dank auch an Ingrid und Kathi die geduldig auf uns gewartet haben.

Für den nächsten Tag hatten wir eigentlich eine Tour an der Gehrenspitze geplant, zeitlich passte das aber nicht mehr rein und so verbrachten wir noch ein paar schöne Stunden im Klettergarten. Da am Weisshorn meine Kamera den Geist aufgegeben hatte, gibt es leider keiner Fotos...!

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